Das Arbeiten mit drei Lichtquellen wird gemeinhin als Standardpraxis in der klassischen Porträtfotografie gesehen — kombinierte Lichtführung.
Der äußerst vielseitig einsetzbare Ansatz von Mix + Match (Lichtposition, Lichtformer, Lichtintensität) ermöglicht sehr unterschiedliche, akzentuiert eigenständige Ergebnisse. Jede Lichtquelle — ausgestattet mit einem spezifischen Former — hilft, deine Intention gezielt umzusetzen.
Natürlich erfordert der Einsatz von drei Lichtern mehr Aufbauzeit und Fachwissen. Aber wenn dein Ziel ist, deine (kommerzielle) Studio-Porträtfotografie auf die nächste Stufe zu heben — und gleichzeitig über eine komplexere und dynamische Lichtsetzung zu verfügen —, dann ist das Shooten mit (mindestens) drei Lichtquellen der richtige Ansatz.
A. Die fünf Lichtfunktionen

Hauptlicht
Das Führungslicht, das die primäre Beleuchtung erzeugt und die Gesamtstimmung des Porträts bestimmt.
Fülllicht
Diese sekundäre Lichtquelle hilft, die durch das Hauptlicht erzeugten Schatten aufzufüllen — für eine ausgewogenere Beleuchtung. Aber nur, wenn dies auch gewünscht ist. Der Einsatz eines Fülllichts ist keine Voraussetzung (jedoch eine wesentliche Funktion in der klassischen 3-Punkt-Beleuchtung).
Spitzlicht / Streiflicht
Beide helfen, das Motiv visuell vom Hintergrund zu trennen. Das Spitzlicht (Kicker) wird hinter/seitlich dem Motiv platziert und beleuchtet gezielt Partien, die du betonen möchtest — meist mit sehr engem Lichtvorsatz. Das Streiflicht erzeugt einen Lichtsaum, also einen Umriss um das Motiv. Hinweis: je nach Lichtformer und Position wird die genaue Zuordnung Spitz/Streif/Seiten fließend.
Haarlicht
Ein Haarlicht ist eine weitere Art von Akzentlicht. Das Haar wird so beleuchtet, dass es zu einer visuellen Trennung zwischen Motiv und Hintergrund führt. Die Lichtquelle wird hinter und über dem Motiv positioniert. Besonders hilfreich, wenn die Person dunkles Haar hat.
Hintergrundlicht
Wird hinter oder neben dem Motiv positioniert und unterstützt eine bestimmte visuelle Stimmung — von dezenter Trennung bis zu kompletter Hintergrundausleuchtung.
B. Drei Lichter, aber nicht alle fünf Funktionen auf einmal
Selbst bei drei Lichtquellen können nicht alle Lichtfunktionen gleichzeitig abgedeckt werden — Haupt-, Füll-, Streif-, Haar- und Hintergrundlicht. Wenn du allerdings bewusst spezifische Lichtformer wählst, bist du für einen effizienten Ausweg gerüstet.
Beispiel: Verwende einen großen Hauptlicht-Former, um Gesicht und Oberkörper des Motivs in möglichst weiches Licht zu hüllen. Dadurch kannst du auf das Fülllicht verzichten. Somit verbleiben dir zwei Blitze für Haar-, Streif- und/oder Hintergrundlicht — je nach Mix + Match-Laune.
C. Set-Datei — Anleitung
Community Picks — zwei 3-Licht-Setups
Zwei Picks von Community-Legenden, die kreativ zum Thema passen.
Gel Lighting Portrait
von Alchemy Jeff

Jamal — Shallow DoF
von Greg Redmond

Viel Spaß beim Ausprobieren,
Dan von elixxier
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