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Farben richtig nutzen – bring Leben ins Bild!

Farben richtig nutzen – bring Leben ins Bild!

Ein Clown vor einem Zirkuszelt, in der Hand hält er die Schnüre von rund 30 knallbunten Luftballons.
Eine riesige Blumenwiese am Waldrand im Frühjahr, alles blüht und wächst.
Egal ob Smarties, der Ferrari vom Chef oder reife Früchte
– sie alle leben von ihren Farben und der Farbvielfalt. Ohne sie wären Bilder wie solche nicht richtig vollstellbar.

In diesem kleinen Workshops behandeln wir das Thema Farben in der Fotografie. Diese bringen ein riesiges Spektrum an neuen Möglichkeiten mit in Fotografie und Bildbearbeitung, daher schenken wir ihnen heute ganz besondere Beachtung.

Bevor wir tiefer in die Materie einsteigen, müssen wir uns das Thema Weißabgleich kurz noch genauer anschauen. Diese kurze Theorie ist wichtig und interessant, weil es das Tool ist, Farben in der Kamera extrem zu verändern.

Beim Weißabgleich wird von der Kamera die Farbtemperatur des vorhandenen Lichts gemessen und ausgewertet. Die Kamera versucht also, die besten Einstellungen zu treffen, damit eine weiße Fläche auch wirklich weiß ist. Je größer der Anteil der langwelligen Strahlung der Farbtemperatur einer Lichtquelle ist, desto rötlicher wirkt das Licht und bläulicher je mehr kurzwellige Lichtstrahlen vorhanden sind.

  • Das Problem:
  • Die Lösung:
Im Studio allerdings misst Kamera die spektrale Zusammensetzung des Einstell-Lichtes und/oder der Umgebungsbeleuchtung, und nicht die des Blitzlichtes. Dieses hat aber eine kurzwelligere Strahlung, das Bild wird jetzt blaustichtig. In Zahlen gesprochen hat das Umgebungslicht dieser Situation ca. 3000 Kelvin während der Blitz im Bereich 5500 Kelvin feuert (Kelvin ist die genormte Einheit der Farbtemperatur). Je größer der Wert, desto kurzwelliger ist die Strahlung
Um eine genaue Einstellung für Eure Lichtsituation treffen zu können, ist es also ratsam, den Weißabgleich manuell einzustellen. Wenn ihr den Weißabgleich komplett manuell einstellen wollt, empfiehlt sich ein Richtwert von ca. 5500 Kelvin. Von dort aus kann man dann weiter suchen

Warum erzählen wir Euch das? Nun ja, nehmen wir an, Ihr habt Euer Lichtset aufgebaut und setzt Farbfolien bei den Lichtquellen ein. Die Folie filtert alle Wellenlängen aus dem Licht, die nicht der eingesetzten Farbe entsprechen. Somit erhaltet Ihr eine schwächeres Licht, jedoch ist es in der gewünschten Farbe.
In der Studiofotografie muss man mit Farbfolien nur selten Farbtemperaturen ausgleichen, doch sind Farbfolien auch hier relevant, indem sie als Effektlichter eingesetzt werden. Hierzu sollte der Weißabgleich manuell auf die Farbtemperatur der Blitze eingestellt werden. Also ca. 5500 Kelvin. Verwendet man jetzt eine Farbfolie, dann bekommt Ihr die echte Farbe der Folie in Eurem Bild.

Die Anwendungsmöglichkeiten hierbei sind super vielfältig,es lassen sich verschiedene Lichtsituation der Realität nachempfinden und surreale Settings erstellen. Die wohl am häufigsten verwendeten Folien sind CTB und CTO Folien. CTB steht dabei für “Color Temperature Blue” und CTO für “Color Temperature Orange”.

Falls ihr im Studio mal die Stimmung von Straßenlaternen nachstellen wollt, dann sind orangfarbene sowie gelbliche Folien gut geeignet. Die Lichtquelle sollte dafür so positioniert werden, dass der Lichtkegel aus einer ähnlichen Richtung und Entfernung kommt wie in der Realität.
In diesem Setup haben wir Euch so ein Szene mal nachgebaut: Download

Will man einen farbigen Hintergrund in seinem Bild, dann stellen Farbfolien eine gute und kostengünstige Alternative zur farbigen Hintergründen dar. Ein kleiner Spot mit einer Farbfolie kann bereits genügen, um einen farbigen Verlauf auf einem grauen Hintergrund zu erzeugen, z.B. mit einem Lichtformer.

Wir haben einen coolen Trick für Euch, wie Ihr einen gleichmäßig ausgeleuchteten Hintergrund bekommt:

Wenn man die Oberseite des Lichtformers leicht in Richtung des Hintergrundes neigt, dann verändert sich die proportionale Lichtausbreitung zugunsten dieser Ecke. Der Hintergrund ist nun gleichmäßig ausgeleuchtet. Dieser Trick eignet sich leider nicht für Ganzkörperaufnahmen. Wenn man einen zweiten Lichtformer besitzt kann man dies umgehen indem man den Hintergrund wie hier erstellt.

Psychologische Wirkung von Farben

Welche ist Eure Lieblingsfarbe? Sucht Euch eine aus!

  • Rot
  • Grün
  • Blau
  • Gelb
  • Schwarz
  • Weiß
  • Grau
Je nachdem mit welchen Farben es kombiniert wird, steht es für Liebe, Erotik, Zorn, Hass, Vitalität, Freude, Blut, Wärme oder das Böse. Unter allen Farben besitzt sie den größten Signalwert, denkt mal an Straßenschilder, die uns sofort ins Auge fallen.
Grün kann, wenn es grell ist und mit Schwarz kombiniert wird ebenfalls sehr auffallend sein, wird jedoch in diesem Zusammenhang eher mit giftig assoziiert. Die meisten Grüntöne wirken jedoch erfrischend und natürlich. Dementsprechend steht Grün auch für Leben, Wachstum und Gesundheit.
Genauso wie Grün ist auch Blau eine Farbe, die in der Natur häufig vorkommt. Blau steht für den Himmel, kaltes Wasser und Eis. Gefühlsmäßig wirkt sie professionell, kompetent, loyal, rein, frisch aber auch kalt.
Ganz im Gegensatz zu Blau hat Gelb, genauso wie Rot eine sehr starke Signalwirkung. Vor allem wenn Gelb in Kombination mit Schwarz genutzt wird ist sie die am besten wahrzunehmende Farbe. Dies kommt daher, dass sie, wenn sie auf Schwarz steht, auch bei weiten Entfernungen und schlechten Lichtverhältnissen sehr gut zu sehen ist. Außerdem steht Gelb für Lebensfreude, Sonne, Licht und Wärme.
Sollte Schwarz die dominierende Farbe eines Bildes sein, so kann sie zwei komplett verschiedene Wirkungen haben. Je nach Bildinhalt kann die Farbe negative Assoziationen wie den Tod, das Böse, die Trauer oder die Nacht hervorrufen. Positive Assoziationen sind die Professionalität, der Luxus und die Autorität.
Weiß hingegen ruft eigentlich keine negativen Assoziationen hervor. Es steht für Unschuld, Reinheit und das Gute. Negativ assozierte Farben welche im Zusammenhang mit Weiß stehen erhalten durch Weiß eine positivere Wirkung.
Die Mitte aus den beiden obigen Farben ist Grau, welche die neutralste aller Farben ist. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund, und wird eigentlich nicht wirklich wahrgenommen. Aus diesem Grund steht sie für Neutralität, Zurückhaltung und Meinungslosigkeit.

Hier zeigen wir Euch noch ein paar Setups, die wir für sehr geeignet halten, um mit Farbe zusammen zu arbeiten.

Dieses Setup zeigt wie CTO und CTB Filter wirken. Der jeweils erste Snapshot zeigt, wie das Bild aussieht, wenn der Weißabgleich auf „Blitz“ (5500K) eingestellt ist. Der zweite Snapshot immitiert einen auf die Farbfolie eingestellten Weißabgleich. Um dies zu simuliere n werde ich Farbfolien benutzen; lasst euch davon nicht irritieren.

Download

In diesem Setup arbeiten wir mit einer kalten und einer warmen Lichtquelle. Durch unterschiedliche Positionierung zeigt sich, dass diese Lichtquellen komplett verschiedene Wirkungen erzeugen können.

Download

 
Zum Schluss haben wir dir noch die Zusammenstellung der verschiedenen Kontrastarten in einer Setdatei. Zudem beinhaltet der Download noch zwei mögliche Beleuchtungen einer Straßenszenerie.

Ihr habt nun gesehen auf welche Weise Farben ein Bild beeinflussen können. Es gibt viele faszinierende Möglichkeiten, um die beschriebenen Farbkontraste für sein Bild zu nutzen. Gerade die Studiofotografie ist bestens dazu geeignet, mit ein paar kreativen Ideen diese für sich auszunutzen.

Wir sind gespannt was für tolle Bilder Ihr mit diesem Wissen hinbekommt!

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Übrigens: Wenn ihr noch nicht in der Facebook Gruppe von set.a.light 3D seid, würden wir uns freuen, Euch dort zu treffen und Setups auszutauschen!

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